VVC diskutierte über Krebsfälle und Südtagente

Am Freitagabend veranstaltete der „Verkehrs- und Verschönerungsverein für den Cloppenburger Südwesten e. V.“ (VVC) eine Podiumsdiskussion mit dem Titel „Heimat Cloppenburg“. Eingeladen waren neben den Südkandidaten aller Parteien, die zur Kommunalwahl antreten, auch Prof. Dr. Irene Witte, Umwelttoxikologin, die die erhöhte Krebsrate in der Nähe der Stapelfelder Mülldeponie untersucht. Sie forderte, weitere Studien durchzuführen.

Unter der Moderation des VVC positionierten sich auch die Parteien zur Südtangente und zu den Krebsfällen an der Mülldeponie. Die CDU hatte wegen terminlichen Überschneidungen eine Teilnahme auf dem Podium abgesagt.

Michael Jäger betonte den Standpunkt der GRÜNEN zu beiden Themengebieten. Wir unterstützen den VVC bei seinen Forderungen „Ja zur Krebsursachenforschung“ (aus unserem Wahlprogramm)

Im Umfeld der Mülldeponie ist eine signifikante Erhöhung von Krebsneuerkrankungen sowie eine statistisch auffällige Sterberate insbesondere bei Frauen nachgewiesen
worden. Seit Januar dieses Jahres wissen wir durch gutachterliche Stellungnahmen (Prof. Dr. Irene Witte und Prof. Dr. Frentzel-Beyme), dass den Ursachen nicht im erforderlichen Maß nachgegangen worden ist. Beide Gutachter werfen den zuständigen Behörden „Abwehr und Verharmlosung“ vor und verlangen weitergehende wissenschaftliche Untersuchungen.
BÜNDNIS 90/Die GRÜNEN unterstützen diese Forderung. Die betroffene Bevölkerung hat ein Recht auf eingehende Ursachenforschung und Offenlegung aller Messdaten. Nur wer die Ursache(n) der Krebshäufung kennt, der kann die Bevölkerung aktiv schützen.

und einem „Nein zur Südtangente“.

Deutschland hat eines der am besten ausgebauten Straßennetze der Welt. Ein weiterer Ausbau kann nur noch zu Lasten der Natur und der Menschen gehen, die den wachsenden Belastungen durch Lärm und Abgas hilflos ausgesetzt sind. Grüne wollen daher umsteuern: mehr Geld in den öffentlichen Personenverkehr, Güter auf die Schiene. Den vierspurigen Autobahn-Ausbau der B213 lehnen wir ab. Er bringt nicht weniger, sondern mehr Verkehr. Stattdessen fordern wir ein (rechtlich zulässiges) Durchfahrverbot für Transit-LKW. Und auch den Bau einer Cloppenburger „Südtangente“ lehnen wir ab. Bislang konnte uns niemand davon überzeugen, dass diese Straße die Innenstadt tatsächlich entlastet: Die Planungen basieren auf veralteten Daten (1992) und gehen darüber hinaus von unrealistischen Annahmen in Bezug auf das künftige Bevölkerungswachstum aus.

Zur Homepage des VVC mit vielen weiteren Informationen und Kontaktadressen.