„Schwacher Trost“

Am 18.01.2012 berichtete die MT, dass die Gemeinde Lastrup beschlossen hat, im Kurvenbereich der Straße Dorgdamm einige Eichen zu fällen. Begründet wird dies von Bürgermeister Michael Kramer mit der mangelnden Einsicht in die Kurve, in der bereits einige Unfälle passiert sind. Unbestritten ist die Einsicht in die Kurve eingeschränkt, aber ist die Fällung der Bäume deshalb alternativlos? Wollen wir in allen Kurven und Kreuzungen, die schwer einsehbar sind, die Bäume fällen? Oder gar an allen Straßen?

Aus meiner Sicht ist die Baumfällung die falsche Reaktion auf den Antrag der Wegegenossenschaft Ermke. Es mag die einfachste Lösung für Politiker_innen sein, die alten Bäume zu fällen (die viel Pflege benötigen) und sich für die Ersatzpflanzung an einer anderer Stelle feiern zu lassen. Aber die einfachste Lösung ist nicht immer die beste Lösung.

Der ökologische Wert der Eichen ist schließlich sehr hoch. Eichen in dem Alter beherbergen einen über Jahre gewachsenen Lebensraum mit vielen Lebewesen ganz unterschiedlicher Arten. Zudem sind die Eichen am Dorgdamm landschaftsprägend und schaffen einen eindrucksvollen Halballeecharakter.

Der alternative Vorschlag eine Geschwindigkeitsbegrenzung in der Kurve einzuführen, wurde abgelehnt. Daran würde sich, laut Aussagen einiger Ratsmitglieder der CDU, nicht gehalten werden. Eine aus meiner Sicht fragliche Argumentation!

Stattdessen muss wieder einmal die Natur dem von Menschen geschaffenen Verkehr weichen. Auf Dauer können wir uns das nicht leisten. Die als Ersatz gepflanzten Bäume sind da nur ein schwacher Trost. Es ist schade, dass wir erst Bäume fällen müssen, um neue zu pflanzen.