Ausbauplanungen für nachgelagertes Wegenetz weiter zusammengestrichen

PRESSEMITTEILUNG

Heftige Kritik an den Planungen zum vierstreifigen Ausbau der B 213/E 233 übt erneut der Lastruper Ratsherr Fabian Wesselmann (Bündnis 90/Die Grünen): Durch einen Ausbau würden zahlreiche momentan noch bestehende Auf- und Abfahrten zur E 233 wegfallen, weshalb aufgrund von Umwegen eine „massive Zunahme“ des Verkehrs auf den Nebenstrecken zu erwarten sei. Wesselmann kritisiert: „Diese zusätzlichen Belastungen werden von den Planer_innen als Kollateralschaden einfach hingenommen.“

Ausbauplanungen des nachgelagerten Wegenetzes im Planungsabschnitt 5

Kartenskizze von mir zu den Ausbauplanungen des nachgelagerten Wegenetzes im Planungsabschnitt 5

Der zusätzliche Verkehr auf den Nebenstrecken bedeute nicht nur mehr Lärm und Abgase, sondern werde den „ohnehin häufig nicht rosigen“ Zustand dieser Straßen weiter verschlechtern. „Die dann notwendige Instandhaltung der für diese Verkehrszahlen nicht ausgelegten Straßen birgt die Gefahr großer finanzieller Belastungen – auf jeden Fall für den Gemeindehaushalt, über Anliegerbeiträge aber auch möglicherweise für Anlieger_innen direkt“, befürchtet Wesselmann.

Der Lastruper Ratsherr weist darauf hin, dass der ursprünglich angedachte Ausbau des nachgelagerten Wegenetzes auf dem Gebiet der Gemeinde Lastrup weiter zusammengestrichen wurde. Das ergebe sich aus Auskünften des Lastruper Bürgermeisters Michael Kramer auf entsprechende Anfragen von Wesselmann. Gestrichen wurde inzwischen beispielsweise auch ein ursprünglich geplantes Brückenbauwerk über die E 233 von der „Ziegelstraße“ aufmündend auf die Gemeindestraße „Bixlag“ sowie der angedachte Ausbau der Gemeindestraße „Vahrener Weg“.

Auf den ersten Blick möge das für manche Anlieger_innen dieser Nebenstrecken gar wie eine gute Nachricht erscheinen, weil sie auf nicht allzu viel Verkehr hoffen. „Nur leider bedeutet das Zusammenstreichen auf dem Papier nicht weniger Verkehr in der Realität: Der Grund für das Zusammenstreichen ist nach meiner Einschätzung der große Kostendruck im Gesamtprojekt“, betont der Grünen-Ratsherr.

Ausbauplanungen des nachgelagerten Wegenetzes im Planungsabschnitt 6

Kartenskizze von mir zu den Ausbauplanungen des nachgelagerten Wegenetzes im Planungsabschnitt 6

Wesselmann fordert die komplette Einstellung des Projekts: „Egal, wie man es wendet: Das Problem sind nicht nur die Details, das Problem ist vor allem der skrupellose Wille zum Ausbau der E 233 um jeden Preis.“ Einerseits bedeute ein ungenügend ausgebautes nachgelagertes Wegenetz persönliche und finanzielle Belastungen, andererseits ziehe ein der Dimension einer vierstreifigen E 233 entsprechender Ausbau des nachgelagerten Wegenetzes eine unvertretbare Flächenversiegelung und Zerstörung der Natur nach sich.

Sandweg

Der Sandweg soll zur Verbindungsstraße vom „Haßkamp“ bis „Zur Bleiburg“ werden – nur ein weiteres Beispiel für die enorme Flächenversiegelung im Falle eines Ausbaus der E 233.

Der Lastruper Grünen-Ratsherr kritisiert weiterhin, dass der Landkreis nicht bereit war, eine aktuelle Karte des geplanten nachgelagerten Wegenetzes auf dem Gebiet der Gemeinde Lastrup herauszugeben. Deshalb habe er aufgrund textlicher Ausführungen und einer Einsichtnahme in das Kartenmaterial im Lastruper Rathaus versucht, selbst Kartenskizzen zu erstellen und möchte diese der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. „Es handelt sich jedoch eindeutig nicht um offizielles Kartenmaterial, weshalb ich leider auch Fehler nicht ausschließen kann. Dafür und auch für die Ungenauigkeit bitte ich um Nachsicht“, erklärt Wesselmann.

Im Übrigen ist selbst für das zusammengestrichene nachgelagerte Wegenetz die Finanzierung wohl noch unklar: Auf entsprechende Anfrage des Ratsherrn teilte Kramer mit, dass nach seiner Kenntnis „der Bund […] bislang noch keine Erklärung darüber abgegeben [hat], ob und inwiefern er die gesamten Kosten für den Ausbau des nachgelagerten Wegenetzes im Falle eines vierstreifigen Ausbaus der E 233 tragen wird.“