NWZ: Massive Auswirkungen auf Agrarstruktur

E 233-Ausbau Rund 100 Grundstückseigentümer betroffen – Teils komplett neue Trasse notwendig

VON REINER KRAMER

CLOPPENBURG – Selten hat wohl ein Straßenbauprojekt solch ein Interesse auf sich gezogen: Rund 200 Zuhörern vor allem aus den betroffenen Bauerschaften hat der Landkreis Cloppenburg am Donnerstag im Cloppenburger Kreishaus den Stand der Vorplanungen für den vierstreifigen Ausbau der E 233 (B 213) vorgestellt. Konkret ging in der rund zweieinhalbstündigen Veranstaltung um den Planungsabschnitt 6, der von Lastrup Ost bis zum Abzweig der B 68 und an die vorhandene Ortsumgehung Cloppenburg führt.

Die rote Markierung zeigt, wie die vierstreifige Trasse verlaufen soll. Ab der Anschlussstelle Kneheim wird sie südlich geführt. BILD: Landkreis

Das Konzept für die Anschlussstellen – 21 sind geplant, davon 14 im Landkreis Cloppenburg – liege dem Bundesverkehrsministerium bereits vor, informierte Leitender Baudirektor Georg Raue. Vier davon sehe der Bund kritisch – darunter im Landkreis Cloppenburg die Anschlussstelle Kneheimer Weg. Raue: „Wir haben weitere Begründungen nachgeliefert und hoffen, grünes Licht dafür zu bekommen.“

Für die Stadt Cloppenburg sei das Projekt wichtig, um an der vorhandenen Trasse den Lärmschutz zu verbessern. Ohne Lärmschutz im Bereich Cloppenburg sei das Projekt nicht möglich, sagte Raue. Die Planungen sollten in 2013 zum Abschluss gebracht werden, damit Anfang 2014 das förmliche Planfeststellungsverfahren eingeleitet werden könne. Wann die Straße fertig ist, darüber machten die Verantwortlichen keine Angaben. Erst nach einem Planfeststellungsbeschluss würde sich der Bund mit dem Projekt befassen, wie Klaus Haberland, Leiter der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Lingen aussagte.

Der vierstreifige Ausbau werde in Teilen neben der vorhandenen Trasse verlaufen, informierte Johann Viets, Leiter des Amtes für Planung, Natur- und Umwelt beim Landkreis: Von Lastrup-Ost aus kommend soll die neue Straße zunächst auf der vorhandenen Trasse geführt werden – nach Süden hin verbreitert –, im Bereich Nieholte schwenkt der Trassenverlauf dann nach Norden, um mehr Abstand zu den dortigen Siedlungen zu erhalten. Ab der Anschlussstelle Kneheimer Weg wird eine komplett neue Trasse südlich die Straßenberme geführt, die im Bereich Stapelfeld auf die bereits bestehende vierstreifige Straße aufläuft.

Die Überquerung der autobahnähnlichen Bundesstraße wird nur noch an Überführungen möglich sein: Diese sind laut Viets im Bereich Ziegelstraße/Bixlag, im Bereich Nieholter Mühle und westlich von Stapelfeld geplant.

Teils massive Auswirkungen wird der E-233-Ausbau auf rund 100 Grundstückseigentümer zwischen Lastrup und Cloppenburg haben. Nach Angaben von Dr. Bernhard Rump von der Landwirtschaftskammer seien rund 500 Hektar von den Planungen betroffen, für den Bau der Straße würden nach groben Schätzungen rund 130 bis 140 Hektar benötigt. 63 Landwirte müssten Flächen abgeben. Flurbereinigungsverfahren würden notwendig, um Durchschneidungen auszugleichen und Flächen tauschen zu können. „Die Bereitschaft der Landwirte, Flächen zu verkaufen, geht zurzeit gegen Null“, sagte Rump.

In Stapelfeld müssen die beiden Sportplätze der neuen Trasse weichen. Die Sporthalle kann erhalten bleiben. Bedenken äußerten die Anlieger an der Strecke vor allem darüber, wie der landwirtschaftliche Verkehr künftig fließen soll. „Der Verkehr in den Ortschaften wird massiv zunehmen“, äußerte ein Besucher Bedenken.

Quelle: Nordwest-Zeitung, Oldenburg

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