Grünen-Ratsherr: Kein Zusammenhang zwischen Autobahnen und Wirtschaftswachstum

PRESSEMITTEILUNG

Der Lastruper Grünen-Ratsherr Fabian Wesselmann weist auf die Ergebnisse einer Studie des Instituts Verkehr und Raum der Fachhochschule Erfurt zu den wirtschaftlichen Effekten von Straßenbau hin. In der von der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen in Auftrag gegebenen Studie seien die regionalwirtschaftlichen Effekte verschiedener Autobahnen, u.a. der A 28 und A 31, untersucht worden. „Die Ergebnisse der Erfurter Wissenschaftler sind deshalb so interessant, weil sie sich konkret mit den Auswirkungen von Autobahnen auf die wirtschaftliche Entwicklung in unserer Region befassen“, betont Wesselmann.

In der Studie hätten die Wissenschaftler unter der Leitung von Prof. Dr. Matthias Gather festgestellt, dass es im Untersuchungsgebiet um die A 28 und A 31 keinen relevanten Zusammenhang zwischen dem Steueraufkommen, der Beschäftigungs- oder Einwohnerentwicklung und der Autobahnnähe geben würde. Die Wissenschaftler der Erfurter Fachhochschule kämen daher zu dem Ergebnis, dass die Autobahnen keinen maßgeblichen Einfluss auf die regionalwirtschaftliche Entwicklung nehmen würden.

„Ich wünsche mir, dass die Befürworter_innen eines vierstreifigen Ausbaus der E 233/B 213 diese Studie ernst nehmen“, erklärt der Lastruper Grünen-Ratsherr Fabian Wesselmann. „Wir können nicht Hunderte von Millionen Euro für den Ausbau einer Straße ausgeben, weil bestimmte Politiker_innen sich dadurch, ihrem Bauchgefühl vertrauend, ein völlig unrealistisches Wirtschaftswachstum erhoffen.“ Das sei laut Wesselmann eine unseriöse und unverantwortliche Politik.

Wesselmann: „Die in dieser neuen Studie unternommenen Versuche, einen Zusammenhang zwischen Autobahnen und regionalem Wirtschaftswachstum nachzuweisen, sind komplett gescheitert.“ Vor diesem Hintergrund sehe er das Kernargument der Befürworter_innen eines vierstreifigen Ausbaus der E 233/B 213 als widerlegt an.

Bereits 2012 habe der unabhängige Verkehrswissenschaftler Prof. Dr.-Ing. Gert Marte darauf hingewiesen, dass das ermittelte Nutzen-Kosten-Verhältnis eines vierstreifigen Ausbaus der E 233/B 213 unrealistisch und der Ausbau seines Erachtens unwirtschaftlich sei. „Bei der Berechnung von großen Verkehrsprojekten werden systematisch die Kosten massiv unter- und der Nutzen überschätzt, um politische Mehrheiten für das Projekt zu generieren“, erklärt der Grünen-Ratsherr.

„Es kann nicht sein, dass die Meinung von Verkehrswissenschaftler_innen immer wieder von CDU, FDP und SPD ignoriert wird, weil sie nicht in die eigene Ideologie passt“, so Wesselmann. „Anscheinend gibt es eine Sehnsucht nach Spatenstichen bei vielen konservativen Politiker_innen. Mit der Sanierung von Spielplätzen kommen wir diesem Verlangen jedoch deutlich günstiger nach.“