„Fatales Signal für ehrenamtliches Engagement im Landkreis Cloppenburg“

PRESSEMITTEILUNG

Die Cloppenburger Kreistagsabgeordnete Dr. Irmtraud Kannen und der Lastruper Ratsherr Fabian Wesselmann (beide Bündnis 90/Die Grünen) kritisieren die Vertagung des Zuschussantrages der IntegrationslotsInnen im Sozialausschuss des Kreistages scharf. „Wir sind sehr enttäuscht von dem Verhalten der CDU im Sozialausschuss. Die Cloppenburger IntegrationslotsInnen sind ein absolutes Vorzeigeprojekt für ehrenamtliches Engagement weit über die Kreisgrenzen hinaus“, betonen die beiden Grünen-PolitikerInnen. Nicht ohne Grund sei die Koordinatorin der IntegrationslotsInnen Mina Amiry 2010 von der damaligen CDU-Sozialministerin Aygül Özkan mit dem Sonderpreis „Ehrenamt und Beruf“ des Niedersächsischen Integrationspreises ausgezeichnet worden. Die Initiative, deren Träger die VHS Cloppenburg ist, habe sich in den letzten Jahren immer weiter entwickelt, sodass allein im letzten Jahr 2.400 Stunden ehrenamtliche Arbeit von den IntegrationslotsInnen geleistet worden sei. Die IntegrationslotsInnen und die VHS hatten daraufhin beim Landkreis Cloppenburg einen jährlichen Zuschuss in Höhe von 18.200,-€ beantragt. Nach Meinung der Grünen völlig zu Recht.

„Das Projekt zur Integration von MigrantInnen läuft so gut, dass zur Koordinierung der umfangreichen ehrenamtlichen Arbeit dringend eine Teilzeitkraft notwendig geworden ist. Was hätte uns Besseres passieren können?“, fragen sich Wesselmann und Dr. Kannen. Gerne würden die Behörden die Hilfe der IntegrationslotsInnen beispielsweise bei Übersetzungstätigkeiten annehmen und könnten so viel Aufwand und Geld einsparen. „Aber ein Budget für eine Fahrtkostenerstattung und eine kleine Aufwandsentschädigung soll nach Meinung der CDU offenbar trotzdem nicht möglich sein? Das ist peinlich und ein fatales Signal für ehrenamtliches Engagement im Landkreis Cloppenburg“, erklären die beiden kommunalen MandatsträgerInnen. Nicht nur in der Kreisstadt Cloppenburg, sondern im ganzen Landkreis sei die Präsenz der Integrationslotsen deutlich spürbar. JedeR IntegrationlotsIn bringe einen individuellen Erfahrungs- und Wissensschatz in die oftmals sehr sensible Arbeit ein, sodass sie sich auf einer ganz anderen Ebene als die Behörden für Integration einsetzen könnten.

Dr. Kannen und Wesselmann: „Wir können verstehen, wenn die IntegrationslotsInnen die Entscheidung der Mehrheit des Sozialausschusses als Schlag ins Gesicht empfinden. Aber wir wünschen uns inständig, dass sie sich davon nicht entmutigen lassen und weiterhin ihre großartige und für die Gesellschaft sehr wertvolle Arbeit fortsetzen.“ Die Grünen-PolitikerInnen hoffen, dass die CDU sich doch noch bewegen kann und im Kreisausschuss am 30. April und im Kreistag am 7. Mai dem Antrag ihre Zustimmung geben kann.