„Herr Schröer, Sie haben Angst, dass den Eltern und Schülern die IGS zu gut gefällt.“

Auf Einladung der NWZ diskutierten am Donnerstag die Fraktionsvorsitzenden im Stadtrat Hermann Schröer (CDU), Jutta Klaus (UWG), Michael Jäger (BÜDNNIS 90/ DIE GRÜNEN) und Heinz-Georg Berg (SPD). Verschiedene Themen von Verkehr über Stadtentwicklung bis hin zur Energieversorgung hatte die NWZ bereits im Vorfeld mit Fragen ausgefüllt. Moderiert wurde die Diskussion von Peter Linkert, dem Leiter der NWZ-Lokalredaktion in Cloppenburg.

Bevor es jedoch in die inhaltlichen Bereiche der Diskussion ging, wurde schnell deutlich, dass wir uns zwei Wochen vor der Kommunalwahl befinden. Jäger, Klaus und Berg waren sich einig, dass sich in Cloppenburg nur etwas verbessern könne, wenn die CDU ihre absolute Mehrheit verlieren würde (Klaus: „Die CDU wird sich nicht von sich aus verändern.“). Hermann Schröer kritisierte diese Aussagen der drei Parteien mit Vehemenz.

Nachdem die Fronten schon in den ersten Minuten geklärt wurden, nahmen die Fraktionschefs Stellung zu einzelnen kommunalpolitischen Themen. Zum Themenbereich Verkehr erklärte Hermann Schröer, er sei der „festen Überzeugung, dass wir die Südtangente brauchen.“ Auch Jutta Klaus forderte die Südtagente, weil „das „Umfeld von Cloppenburg erschlossen“ werden müsse. Dafür ernteten beide Widerspruch von Michael Jäger: „Für uns Grüne ist die nächste große Wende nach der Energiewende die Verkehrswende. Ein weiterer Ausbau des Straßennetz geht zu Lasten der Menschen. Wir lehnen den Bau der Südtangente ab.“ Der Ausbau würde aufgrund von unrealistischen Annahmen in der Bevölkerungsentwicklung fokussiert. Berg forderte „ein intelligentes Verkehrskonzept.“

Die größten Probleme die CDU-Politik zu erklären, hatte Schröer, als es um die Bildungspolitik ging. In Sekundenabständen kamen Vorwürfe von den Oppositionsparteien in Richtung der CDU: Berg warf Schröer vor, dass die „Kinderbetreuung in Cloppenburg blamabel für eine junge Stadt ist. Wir suchen Gesamtkonzepte und finden Sie nicht.“ Zustimmung bekam er dafür von GRÜNEN und UWG.

Auf Jägers Forderung das Schulsystem zu verbessern, indem „mittelfristig eine IGS“ angesiedelt werden müsse, erklärte Schröer: „Es gibt aktuell alle Möglichkeiten für Schüler sich zu entwickeln.“ Jutta Klaus konterte: „Herr Schröer, Sie haben Angst, dass den Eltern und Schülern die IGS zu gut gefällt.“

Im Themenbereich Stadtentwicklung gab es zum ersten Mal annährend einen Konsens unter den Podiumsteilnehmern: Den Aufbau eines „Altstadtcenters“ an der Mühlenstraße begrüßten die Parteien als sinnvollen Weg die Innenstadt attraktiver zu machen.

Während die Einigkeit beim „Soeste-Carré“ schon wieder beendet schien (GRÜNE: Nein, SPD: Nein, CDU: Ja, UWG: Ja), kam zum Ende der Diskussion noch einmal regelrechte Harmonie auf: Alle Parteien unterstützen grundsätzlich die Idee eines kommunalen Rückkauf der Netze. CDU und UWG schienen aber noch einige Zweifel bezüglich der Erfolgsaussichten zu haben. Zuletzt hielt Michael Jäger ein flammendes Plädoyer für die Rekommunalisierung der Netze.